Polenaustausch 2015

dpjw

Reisetagebuch zweier Mitreisender

Die Premiere des diesjährigen Schüleraustausches mit Kobierzyce fand vom 12. bis zum 20. März statt. Organisator der Fahrt war Herr Lepping in der Begleitung von Frau Teupe und polnischen Kollegen. Die Schüleranzahl der deutschen Seite betrug 16 Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 und EF, von polnischer Seite meldeten sich 20 Schüler.
Anreise: Die 12-stündige Anreise mit dem ,,Sindbad''-Busunternehmen verlief gut, mit einigen Zwischenfällen. Zum Beispiel wurden uns ein kaputtes Tablet, Kinderriegel und Wodka von einem alkoholisierten Polen angeboten, bis er von der Polizei abgeholt wurde.
Nach der langen Anreise waren viele froh endlich von ihren Gastfamilien aufgenommen zu werden und ein wenig schlafen zu können. Dies war im Bus leider nicht möglich aufgrund des hohen Kommunikationsbedarfs einiger deutscher Mitreisender (Es sei denn man hatte Ohrenstöpsel dabei, nicht wahr Herr Lepping? ;-))!

Freitag, 13.3.2015 - Tag 1

Viele konnten sich in den Gastfamilien ausruhen, doch nicht alle. Diese Minderheit musste sich mit Koffein wohl oder übel wachhalten, da es bereits nachmittags ein Programm gab. Unter anderem stand auch die Besichtigung des Sky-Towers in Breslau auf dem Plan. Die darauffolgende Stadtführung gegen Abend fiel leider nicht ins Wasser, trotz des starken Regens. Danach waren viele erschöpfte Schüler froh endlich in den Gastfamilien schlafen zu können.

Samstag, 14.3.2015 - Tag 2

Nicht alle Eltern konnten die Schüler aus den weiter entfernten, kleinen Dörfern nach Breslau bringen, weshalb viele die Anreise mit Bus und Straßenbahn antraten. Nachdem wir uns am Pranger vor dem Rathaus getroffen hatten, liefen wir mit einigen Umwegen (eine Angewohnheit eines polnischen Lehrers) zu unserem ersten Ziel: das Hohenzollern Schloss. Dort mussten wir zweisprachige Fragebögen in kleinen, gemischten Gruppen lösen. Die darauffolgende dreistündige Stadtführung fand ebenfalls im Regen statt. Man konnte jedoch erahnen, wie schön Breslau im vollen Sonnenschein aussehen muss.
Nach kurzer Freizeit in den Gastfamilien fand ein von den polnischen Schülern organisiertes Pizzaessen in der einzigen Pizzeria der Umgebung von Kobierzyce statt (an dem durften die Lehrer nicht teilnehmen :D).

Sonntag, 15.3.2015 - Tag 3

Am Sonntag war der individuell gestaltbare Familientag mit darauffolgender Party. Dazu werden keine weiteren Auskünfte gegeben, zum Schutze einiger Personen.

Montag, 16.3.2015 - Tag 4

Heute fand die Fahrt nach Krakau bzw. zuerst Auschwitz statt.
Auschwitz hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die schrecklichen Ereignisse, die dort stattgefunden haben, sind nur schwer vorstellbar und auch nur schwer in Worte zu fassen.

Dienstag, 17.3.2015 - Tag 5

Nach einer 'ruhigen' spirituellen Nacht in einer Pilgerherberge, in der man sich ständig von Heiligenbildchen beobachtet gefühlt hat, fuhren wir nach Krakau zu Schindlers Museum. Leider konnten wir uns nicht auf das Museum vorbereiten, da wir am Abend zuvor den Film 'Schindlers Liste', aufgrund technischer Schwierigkeiten, nicht sehen konnten. Trotzdem war das Museum anschaulich und interessant gestaltet. Nach dem Museum sind wir zum Wawel gegangen, in dem viele Heilige und Könige oder heilige Könige ihre letzte Ruhe fanden. Viele Schüler waren versucht die Mammutknochen, welche vor dem Eingang hängen, herunterzuholen, um das Ende der Welt, laut Mythos, einzuläuten. Danach galt es eine lebenswichtige Entscheidung zu treffen: Reichtum oder Liebe? Denn berührt man die im Wawel hängende Sigismundglocke mit der rechten Hand, wird man mit Reichtum belohnt, berührt man sie mit der Linken, findet man Glück und Liebe. Nach der Besichtigung des Wawels bekamen wir etwas Freizeit in der Innenstadt Krakaus und fuhren dann schließlich nach einer weiteren kurzen Stadtbesichtigung zurück in die Jugendherberge. Dort hatten die Lehrer einige Integrationsspiele vorbereitet. Zum Beispiel sollten wir unsere Austauschpartner auf Polnisch vorstellen, und andersrum. Schließlich freuten sich alle auf eine letzte ,,ruhige'' Nacht in der Jugendherberge.

Mittwoch, 18.3.2015 - Tag 6

Auf der Fahrt zurück nach Kobierzyce haben wir zwei Zwischenstopps eingelegt. Einmal im Geburtshaus des polnischen Papstes Johannes Paul II. und an der Radiostation in Gleiwitz, dessen Überfall im Jahr 1939 den Zweiten Weltkrieg auslöste. Nachmittags kehrten wir dann in die Gastfamilien zurück und verbrachten den Abend mit ihnen.

Donnerstag: 19.3.2015 - Tag 7

Am Donnerstag trafen wir uns morgens wieder einmal am Pranger in Breslau. Von dort aus suchten wir dann das Panorama von Raclawice auf, in dem wir eine Audioführung bekamen. Es war sehr beeindruckend und man fühlte sich so, als ob man sich wirklich gerade mitten in der Schlacht zwischen der polnischen und russischen Armee befinden würde.
Anschließend fand die Zwergen-Suche in gemischten Gruppen im Rahmen einer zweisprachigen Stadtrallye statt. Auch wenn die deutsche Seite nicht ganz so motiviert der 3 Stunden Rallye entgegen sah, waren wir jedoch glücklich das wenigstens das Wetter mitzuspielen schien.
Nach der Rallye war Zeit in den Gastfamilien gedacht um zu packen und sich zu verabschieden. Wieder wurde die Pizzeria in Kobierzyce genutzt um noch ein letztes Mal für eine Stunde zusammenzusitzen. Um 21.30 waren alle Gastfamilien und Austauschschüler am Busbahnhof in Breslau versammelt um uns zu verabschieden. Viele hatten Tränen in den Augen und konnten gar nicht aufhören sich in die Arme zu fallen bis der Bus letztendlich mit Verspätung den Bahnhof verließ.

Freitag: 20.3.2015 - Tag 8

Die Rückfahrt verlief ruhiger als die Anreise und man bekam die Gelegenheit ein wenig zu schlafen oder über diese schöne und ereignisreiche Woche nachzudenken. Die Sonnenfinsternis in den Morgenstunden konnte man jedoch nicht beobachten, da die Autobahn von weißen Nebelwänden umgeben war. Nach vielen Umwegen, um andere Mitreisende abzusetzen, erreichten wir endlich nach 14 Stunden Fahrt den Parkplatz des Euregios. Müde und glücklich gut angekommen zu sein und viel zu erzählen zu haben nach einem ausgiebigen Schlaf im eigenen Zimmer.

Fazit

Man kann nur jedem empfehlen an den nächsten Austauschfahrten mit Polen teilzunehmen.
Es war eine tolle Zeit und man konnte viele Erfahrungen machen. Als Tipp an die, die nach fünf Pizzen satt sind, man muss in Polen dreimal "Nein, danke" sagen um nicht mehr Essen angeboten zu bekommen. Wer dennoch Hunger hat, dem ist die Pizzeria in Kobierzyce (die Einzige, also nicht schwer zu finden) zu empfehlen.
An alle, die mitgefahren sind: Es war eine tolle Zeit mit euch und wir haben erst die Hälfte des Austausches hinter uns ;D
Vielen Dank den lieben Gastfamilien die alle herzlich aufgenommen und gut versorgt haben. Danke auch an das Deutsch-Polnische-Jugendwerk und die Lehrer, die diese Fahrt erst möglich gemacht haben. Danke für diese einmalige Chance.

By: Lisa M.W.; Jana T.

 

 


zurück zu Polenaustausch